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Unsere Antworten auf die vier Fragen zu Nidderau

Der Hanauer Anzeiger stellte den Parteien „vier Fragen zu Nidderau“ und druckte am Montag, den 2. März 2026, die Antworten. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) wurde nicht berücksichtigt, da sie ausschließlich zur Ortsbeiratswahl in Windecken antritt und nicht zur Wahl für die Stadtverordnetenversammlung. Nachdem unsere Antworten nicht in der Zeitung stehen, veröffentlichen wir sie hier.

Die Haushaltslage der Stadt Nidderau ist defizitär. Welche konkreten Einsparmaßnahmen haben Sie (zum Beispiel Kürzung bei welchen freiwilligen Leistungen)?

Wer einfache Lösungen für Nidderaus Finanzdilemma verspricht, betreibt Augenwischerei. Wir streben eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung an – statt Kürzungen mit der Axt. Dazu gehören: Erstens sorgsames Haushalten in allen Bereichen. Zweitens sollten Förderprogramme auf EU-, Bundes- und Landesebene konsequent gescreent und auf Anwendbarkeit für Nidderau geprüft werden. Drittens müssen Projekten mit langfristigem Nutzen ein Schwerpunkt sein – etwa energetische Sanierungen, die später Kosten sparen. Viertens sollten zusätzliche Einnahmen erwägt werden, beispielsweise die Erhebung einer Zweitwohnungsteuer. Fünftens gilt, dass die Kürzung von Geldern für soziale und kulturelle Zwecke nicht immer langfristig Kosten senkt. Wer heute bei Musikschule und Jugendarbeit spart, zahlt morgen doppelt – für Polizei, Jugendgerichtshilfe und teure soziale Maßnahmen.

Die Gewerbesteuer ist eine der Haupteinnahmequellen für die Stadt. Wie wollen Sie die lokale Wirtschaft fördern und neue Unternehmen ansiedeln?

An der kürzlich veröffentlichten Standortumfrage der IHK beteiligten sich nicht einmal zehn Prozent der Unternehmen, Nidderau erhielt ein „befriedigend“. Wir befürchten: Gewerbetreibende wissen nicht genau, wofür unsere Stadt steht und welche Vorteile sie bietet. Wir wollen zu Profilierung und Schwerpunktlegung beitragen. Denkbar wäre die Entwicklung Nidderaus zum regionalen Wissens- und Wirtschaftsstandort für erneuerbare Energien. Darüber hinaus wollen wir kleine, örtliche Betriebe fördern und die historischen Stadtkerne wiederbeleben, darunter den Windecker Marktplatz. Dazu gehören mehr touristische Angebote und der Erhalt der historischen Märkte (einschließlich des Windecker Herbstmarktes).

Neubauten für Wohnen und Gewerbe benötigen Flächen. In welchen Stadtteilen und in welchen Lagen sollte Nidderau wachsen?

Den ländlichen Charakter Nidderaus wollen wir bewahren und maßloses Wachstum verhindern. Dazu gehört, dem Flächenfraß Einhalt zu gebieten. Im Falle von gewerblichem Baubedarf ist eine Nachverdichtung in die Vertikale zu erwägen. Großparkplätze und einstöckige Supermärkte sollen der Vergangenheit angehören. Vorhandener Wohnraum soll bedarfsorientiert umgebaut, die Nutzung von Leerständen durch Beratung und Förderung unterstützt werden. Wo beispielsweise Ladenlokale dauerhaft leer stehen, soll die Stadt Anreize für Umwidmung zum Wohnraum schaffen.
Statt neue, großflächige Bausiedlungen auszuweisen, gilt es beim Neubau, vorhandene Lücken zu schließen.

Welches sonstige Thema in Nidderau sollte Ihrer Ansicht nach dringend angegangen werden und wie sieht Ihr Lösungsvorschlag dazu aus?

Jede politische Entscheidung muss sich daran messen lassen, ob wir sie guten Gewissens unseren Enkeln erklären können. Eine unserer Kernforderungen lautet: Nidderau muss energieautonom werden. Das spart langfristig Kosten, macht unsere Stadt weniger krisenanfällig und ist ökologisch verträglicher. In unserem Fünf-Punkte-Programm für Windecken regen wir eine Solarüberdachung des Parkplatzes hinter der Willi-Salzmann-Halle sowie die Schaffung eines essbaren Klimawäldchens nach dem Vorbild von Hofheim am Taunus an. Die 2024 erstmalig erfolgte und für 2025 angekündigte weitere Förderung von Balkonkraftwerken blieb aus und sollte dringend  wieder aufgelegt werden.