Pressemitteilung
ÖDP Main-Kinzig warnt vor Kürzungen bei Bücherei und Musikschule in Nidderau
Sparen an der falschen Stelle erhöht langfristig die Kosten

ÖDP-Kreisvorsitzender Dr. Ralf Grünke vor der Stadtbücherei in Nidderau.
Die Kommunen stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand. Nun will Nidderau Gelder für die Stadtbücherei und die Musikschule kürzen. Der Kreisvorstand Main-Kinzig der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) befürchtet: Das kommt die Stadt teuer zu stehen.
„Kürzungen bei Bildung und Kultur führen zu höheren sozialen Folgekosten“, erklärt Kreisvorsitzender Dr. Ralf Grünke. „Studien zeigen: Jeder Euro für Büchereien erzeugt zwischen drei und fünf Euro gesellschaftlichen Nutzen. Was sich die Stadt heute spart, erhöht mittelfristig Kosten an anderer Stelle, zum Beispiel für Sprachförderung, Integration und Arbeitsmarktprogramme“, ergänzt der in Nidderau lebende Politikwissenschaftler, der sich selbst ebenso im Vorstand des Fördervereins der Stadtbücherei engagiert.
Erst seit wenigen Tagen liegen die Ergebnisse der neuen PISA-Studie vor. In Deutschland schnitten 15-Jährige in Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften schlechter ab als jemals zuvor. Dazu Grünke: „Das ist besorgniserregend. Jetzt Gelder für Musikschulen zu streichen, macht die Sache noch schlimmer. Auch ist die Forschungslage eindeutig: Musikschulbildung steigert kognitive Leistungen sowie die Konzentrationsfähigkeit und zusätzlich die soziale Teilhabe. Die geplanten Kürzungen könnten Folgekosten erzeugen, die ein Mehrfaches der eingesparten Beträge betragen.“
Die ÖDP vermisst Maßnahmen der Stadt Nidderau, um die Einnahmen zu stärken. In der Ankündigung des Bürgermeisters in den sozialen Medien sei lediglich die Erhöhung der Grundsteuer genannt. Sie regt an, ein deutlich erkennbares wirtschaftliches Profil zu entwickeln, als Kompetenzstadt für erneuerbare Energien.
„Wer mehr Gewerbe ansiedeln will, braucht eine klare Branchenstrategie. Kommunen, die alles wollen, bekommen wenig. Wer sich eindeutig positioniert, wird interessant für passende Unternehmen. Nidderau ist bekannt als eine der sonnenreichsten Städte Hessens. ‚Hessens Sonnenstadt‘ könnte auch zum wirtschaftlichen Profil Nidderaus werden“, so Grünke.
Der ÖDP-Kreisverband Main-Kinzig wurde im vergangenen Juli aus der Taufe gehoben. Bei der Wahl für den Ortsbeirat in Windecken im März hatte die Partei aus dem Stand 7,84 Prozent der Stimmen gewonnen. Bundesweit zählt die ÖDP rund 6.600 Mitglieder, seit 2014 ist sie im Europaparlament vertreten. In Hessen gehört sie zum Bündnis „Löwenstarke Demokratie“ und setzt sich für ein Volksbegehren ein, das Bürgerbeteiligung wieder leichter machen würde.