Warum ich (nicht) will, dass „nach Corona“ alles wie früher wird

Gedanken zum Zeitgeschehen

von Angela Binder

Die Grundrechtseinschränkungen sind einzigartig in der Geschichte. Noch immer. Geplant bis ad inifinitum, wie man dem Gesetz entnimmt und aus internen Kreisen weiß.Die Zahlenerhebung ist vielfach kritisiert, unvollständig, irreführend, öffentliche Debatte findet nicht statt, Kritiker werden diffamiert, verhaftet bzw. in die Psychiatrie gesperrt (Thomas Binder aus der Schweiz, Beate Bahner), die Judikative muss ihre Funktion noch überdenken und ggf. neu definieren.

Die mediale Narration basiert auf vier manipulativen und psycho-traumatisierenden Elementen: das Virus sei „neuartig“, „hochinfektiös“, „tödlich“ und „du bist daran schuld“. Bilder aus Italien dienten dazu, in den Seelen der Zuschauer wie ein Tumor zu wuchern. 
Mein tiefstes Mitgefühl gilt all denen, die an dem Virus erkrankt sind, ins Krankenhaus mussten, liebe Menschen verloren haben! 
Ungezählte Viren gibt es weltweit, und in der Zeit, die wir uns mit Corona haben ablenken lassen, sind täglich, täglich (!) rund 25.000 Menschen an Hunger gestorben. Sind ungezählte an anderen Viren gestorben, die nach dem alten Begriff der Pandemie an ihrer Wirkung gemessen weitaus schrecklicher waren als ein Virus mit grippesymptomen.
Mein Mitgefühl gilt all jenen, die wir aus dem Blick verloren haben. Die den Hungertod leiden werden, weil unsere Unternehmen ihnen im Ausland natürlich keine Kurzarbeit zahlen, sondern sie einfach rausschmeißen. All jenen, die sich als Kinder, Jugendliche, Frauen in fernen Ländern nun prostituieren müssen, weil wir Corona gezählt haben und sie in unserem gesellschaftlichen Blickfeld keinen Platz mehr hatten.
Es gilt aber auch uns allen, der ganzen Gesellschaft, die in Schockstarre nur noch im Modus des Tunnelblicks auf die Zahlen von RKI und WHO schaut oder an den Streams der Podkaster hängt. Vergessen sind alle anderen Wirkungen, vergessen und verdrängt werden auch hier alle anderen Menschen, die unter den so salopp Maßnahmen genannten atemberaubenden Notabschaltungen aller eine Gesellschaft sonst am Leben erhaltenden Dinge leiden: die misshandelten und missbrauchten Kinder, deren einzige Zuflucht Kindergarten, Schule oder Hort seit Wochen und noch für Wochen geschlossen bleibt. Die rd. 4 Millionen Menschen in Deutschland, die mit seltenen Erkrankungen auf ärztliche Behandlung angewiesen sind oder seit Jahr(zehnt)en auf Diagnose warten. Weil sich auch bisher niemand je für sie interessierte, weil jetzt noch viel mehr als früher Wartezeiten von eineinhalb Jahren auf den nächsten Termin dank „Rationalisierung“ zur „Normalität“ geworden sind.
Wir haben uns schwer strecken müssen, um die veränderten Normalitätsbegriffe auszufüllen. Einst streckte man Menschen unter Folter, die nie wieder ein normales Leben führen konnten. So hinterlässt uns auch diese kollektiv traumatisierende Erfahrung, dass wir nicht wieder einfach in den Zustand „wie vorher“ zurückfinden. Wir können nur versuchen, als Überlebende der Quarantäne von Grundrecht und Demokratie zu anderen Menschen zu werden. Die wachsamer geworden sind und Vertrauen nicht mehr dem Status des Sagenden, sondern nur noch dem Argument und der wahrlichen Intention schenken.
Denn Wer im Trauma ist, verliert den Überblick. Verliert die Verhältnismäßigkeit, die Einschätzung der Faktoren im Gesamten, verliert jeglichen Blick für die Nebenfolgen. Der Fokus liegt auf dem angstauslösenden Objekt und dessen Bekämpfung allein. Doch Angst ist niemals ein guter Ratgeber.

Gerade dieser Blick für das Ganze, für die Gesundheit, ihre Gesunderhaltung und nicht für den Kampf gegen einen einzelnen Schädling, geraten in der Präventionsgesellschaft vollends aus dem Fokus. Wer sein Produkt vermarkten möchte und es sich leisten kann, über Stiftungen, über den Kauf der WHO, über die weltweit quasi nur noch ihm und seinen Kumpanen gehörenden Medien die Bevölkerungen derart in Angst zu versetzen, dass sie am Ende wie im Stockholmsyndrom von gerade ihm, dem Täter, die Lösung erflehen, der hat Macht. Aber Obacht! Macht traumatisiert. Den, der sie ausübt und den, der ihr unterworfen ist.
Wer Macht ausübt, hat selten das Ganze im Blick und schon gar nicht die Interessen der Vielen. Nochmal: Wer Macht ausübt, hat keinen Blick für die Interessen der Vielen.
Was ist aber dann die gute Regierung? Demokratie war die beste aller schlechtesten Regierungsformen, weil sie verhinderte, dass Einzelne zu viel Macht bekamen. Sie verhinderte vielleicht auch die besten Lösungen, weil zu viele Köche den Brei verderben. Und dennoch waren wir uns in dieser Krise zumindest einig: lieber das Schlimmste verhindern als das Optimum nie finden. Vielleicht sollten wir damit anfangen, dass ich aus genau dem Grunde eine erneute, ehrlichere Demokratie will.

Eine Diskussionskultur, wie sie im Buche steht und wie Schweden sie vorlebte: Erst werden die Experten aller Couleur gehört, dann wird beraten, dann entschieden: von möglichst vielen. Bleibt die Frage: wer darf beraten? Hier wird es schwer. Zu sehr haben Privatisierung, Drittmittelfinanzierung, Think Tanks, Stiftungen und dergleichen schon die Interessen der Welt-Mächtigen bedient und echte Wissenschaftlichkeit unterlaufen. Modularisiert Studierende kennen sie gar nicht mehr, sagen Manche. Da mögen sie Recht haben.
Also, wie kommen wir zurück?
Zurück zu einer Staatlichkeit, die zwar national aber nicht nationalistisch ist. Zu einer Staatlichkeit, die nicht den Ausverkauf der letzten Volksgüter an die Global Player organisiert und gemeinsame Sache macht mit denen, die die psychologische Massensteuerung derart einzusetzen wissen, dass die Herdlinge ihre eigene Entrechtung vorantreiben. Nein, zu einer Staatlichkeit, die NEIN! sagt, zu profitgesteuerten Einzelinteressen, zu Maßnahmen, die Angst als propagandistisches Steuerungsinstrument nicht nur zulassen sondern sogar gezielt einsetzen, die JA sagt zu Ablehnungen großer Gelder, die ihre eigenen Ressourcen und die ihrer Bürger wertschätzt, zusammenbringt und ihnen Raum gibt, die Zukunft zum Wohle aller auszuhandeln und zu gestalten.
Die ein klares NEIN zu einer weltumspannenden Technologie sagt, solange nicht unabhängig und ehrlich unter Missachtung möglicher Profite ein Unbedenklichkeitsnachweis geführt werden kann. Und zwar nicht nur gesundheitlich, nein, auch sozial, politisch, überwachungstechnisch und öko-logisch!
Welcher Entscheidungsträger kann von der Wichtigkeit von Gesundheit faseln und gleichzeit "ja" stimmen für eine Technologie, deren Energieverbrauch alleine uns sicher zu Millionen oder Milliarden ins Grab bringen wird? Keiner. Tun sie aber. Man mache sich das einmal klar: 5G ist unerforscht, Schadwirkungen treten zahlreich auf und sind wissenschaftlich, ob chemisch, physikalisch, bio-logisch oder medizinisch, plausibel und bereits nachweisbar. Die Organisation des Gesundheitspapstes verkündet, dass wir uns zukünftig auf eine Krebsrate von 30-40% einstellen.

Ist vielleicht alles gar keine Hilflosigkeit sondern doch irgendwie vielleicht Absicht? Weil die Welt-Mächtigen verstanden haben, dass wir nicht alle überleben können? Dass wir zu viele auf dem sterbenden Planeten sind, nachdem wir ihn vermüllt, vergast und geplündert haben?
Bill Gates will "mit Impfungen den CO2-Ausstoß um ca 15 reduzieren" (sinngemäß zusammengefasst). Ja wo sind wir denn? Wie soll denn das gehen?

Da müssen wir doch mal ganz klar Tacheles reden: solange sich Religionen hinstellen und viele Kinder als gottgewollt oder eine andere Verhütung als Sünde deklariert, müssen da bestimmte alte Herren mal ganz gründlich mit sich selbst ins Gericht gehen. Zum Thema Umgang mit Frauen nebenbei auch. Aber das nur am Rande, ist ja nicht so wichtig, nicht wahr.
Also zu den wichtigen Dingen. Ich will nicht, dass die Autobahn an meinem Haus wieder so befahren ist wie vor der "Krise". Ich will nicht, dass der Himmel von Sonntags morgens 4:30 Uhr bis ca. 23:50 Uhr mit ca. 2-14 Flugzeugen pro Minute (!) zugedröhnt und weisgestreift wird. Ich will nicht, dass der Wald, der noch vor wenigen Jahren fast alle Bäume im Frühjahr das Wunder der erneuten Knospung erleben ließ, sich sichtbar ausdünnt, weil der Wassermangel und die Hitze des letzten Sommers ihm seine Lebensgrundlage rauben.

Ich will, dass wir mit Sinn und Verstand die Welt noch eine Woche länger anhalten, oder auch zwei, aber MIT Freiheitsrechten und mit auferstandener Demokratie!
In dieser Woche oder den zweien, lasst uns überlegen, wie wie die Gelder, die wir jetzt den Großkapitalisten nachgeworfen haben, in ein flächendeckendes Grundeinkommen umlegen, wie wir den transnationalen Konzernen, die nie einen Cent Steuer gezahlt haben, beibringen, dass sie und gerade sie eine immense soziale Verpflichtung haben und datenbasierte, autonome Waren nicht im Interesse der Vielen sind.
Die Jungen tollen Hechte oder alten Herren, die die technischen Visionen der Zukunft in ihren Hinterzimmern für uns bereits entworfen haben, die sich in ihren Allmachtsphantasien als Weltretter oder Konstrukteure der Smarten Weltordnung aufspielen, die den Bezug zu sich selbst gar nicht (mehr) kennen, die verdienen genauso unser Mitgefühl. Nicht unsere kindische Bewunderung für Berühmtheiten. Denn für kein Geld der Welt kann man sich einen wirklich zufriedenen und erholsamen Nachtschlaf oder gute Träume kaufen. Und für kein Geld der Welt echte Liebe und Erfüllung. Und noch viel weniger die Liebe der Mutter.
Wir müssen in der neuen Welt dafür geradestehen, dass sie nicht "schön" wird, sondern fair und ehrlich. Dass sie die Grundlagen wahrt: die der Menschen, die Demokratie, und die der Natur, von der wir ein Teil sind, die des Planeten.
Lasst uns allen die Krise ein Warnschuss gewesen sein, dass wir wachsam bleiben, dass wir zukünftig immer das Große Ganze im Blick behalten und unser Vertrauen der Bequemlichkeit entledigen auf dass wir die Intentionen und die Gegebenheiten wirklich erkennen.

© Angela Binder, 20.04.20
Landesvorsitzende ÖDP Hessen
Zitation unter Angabe von Verfasserin und Link erlaubt, Nachdruck auf Anfrage

 

 

 


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