Verleumder am Werk

In „small-talk“-Situationen erlebe ich oft, dass jemand auf „die Zustände“ in Deutschland schimpft. Gerne ist "die Bahn" Ausgangspunkt des Lamentos. Dann "der Berliner Flughafenbau", die „unerträglichen Funklöcher“. Einer fasst zusammen: „Hier funktioniert doch wirklich nichts mehr!“ Endlich mischt sich noch ein nach rechts tendierender Zeitgenosse ein und verkündet die Zentral-These: „Man darf ja hier nicht mehr sagen, was man denkt.“

Die Leute wundern sich, dass ausgerechnet ich, als langjähriger ÖKO-Oppositioneller, zu einer leidenschaftlichen Verteidigungsrede für unser Gemeinwesen ansetze: „Wo wären sie denn lieber zuhause, wo hätten sie denn mehr Freiheit und Sicherheit?“ Diese Frage löst in der Regel wenigstens Schweigen aus. Manchmal sogar ein zaghaftes „da ist was dran…“

Anlässlich des Gedenkens an den Zusammenbruch der DDR-Diktatur wurde in den letzten Wochen oft verleumderisch über Deutschland geredet. Das „West-System“ sei auch nicht besser, ja in Teilen schlechter als es der SED-Staat war, konnte man lesen und hören. Wer verbreitet solchen Unsinn? Wer hat ein Interesse daran, die grundgesetzliche Ordnung so in den Dreck zu ziehen?

Ich habe viel zu kritisieren. Aber ich bin froh, dass ich das unter dem Schutz des Grundgesetzes tun kann. Deshalb: Welch ein Segen, dass auch die zweite Diktatur des deutschen 20. Jahrhunderts Staub ist! 


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