27.03.2017

Survival of the fittest?

Bernhard G. Suttner

Dieser Tage stand ich an einem Info-Stand, um Unterschriften für die laufende Europäische Bürgerinitiative für ein Verbot des Totalherbizids Glyphosat zu sammeln. Die Zustimmung war erfreulich, es gab gute Diskussionen mit den Passanten. Zum Beispiel erklärte mir ein Agraringenieur, dass seiner Beobachtung nach die Rotte der Stoppeln nach Glyphosat-Behandlung des Ackers deutlich langsamer vonstattengeht als ohne diese Chemiedusche; ganz offensichtlich würde die Bodenqualität, die Vitalität der Bodenorganismen leiden.

Auch ein nach eigenen Aussagen „modern denkender“ Landwirt blieb stehen, um mich von der Falschheit meines Engagements zu überzeugen. Als ich ihm gerne zugestand, dass die Krebsgefahr durch Glyphosat immer noch sehr umstritten sei und es mir hauptsächlich um die Gefahren für die Artenvielfalt bei Flora und Fauna gehe, gab er mir eine höchst erstaunliche Antwort: „Was sich nicht anpassen kann, geht eben unter und verschwindet – so läuft die Evolution!“ Das wäre mir nicht in den Sinn gekommen: Glyphosat und die anderen 1500 chemischen Rezepturen, die Jahr für Jahr in Deutschland und der Welt ihn Millionen Tonnen ausgebracht werden als Beschleuniger der Evolution! „Survival of the fittest“ im Formel-1-Tempo. Es kommt nur auf die richtige Perspektive an…