20.02.2017

Ein ungiftiges Mittel gegen Glyphosat

Bernhard G. Suttner

Eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) ist kein allzu scharfes Werkzeug der politischen Teilhabe. Aber die EBI ist auch nicht nichts: Mit einer Million Unterschriften aus 7 Ländern der EU kann man die Europäischen Kommission dazu zwingen, sich mit einem Thema (nochmals) zu befassen. Bei diversen Angriffen auf die öffentliche Trinkwasserversorgung hat eine EBI Wirkung gezeigt: Derzeit traut sich kaum noch jemand in der EU für die Privatisierung des Trinkwassers einzutreten.

Vor wenigen Tagen ist eine neue EBI gestartet worden: Es geht um das Totalherbizid Glyphosat, von dem jährlich weltweit über 800 000 Tonnen erzeugt und ausgebracht werden. Aus den besonders heimgesuchten Entwicklungsländern wird immer wieder über massive Gesundheitsschäden bei den mit Glyphosat hantierenden Landarbeitern und ihren Familien berichtet. Die von dieser Chemikalie ausgehende Krebsgefahr für die Menschen ist nach den Standards der EU jedoch noch nicht eindeutig bewiesen; deshalb kam bisher das dringend nötige Verbot nicht zustande.

Mir reicht die Tatsache, dass mit diesem Totalherbizid ein täglicher Totalangriff auf die Artenvielfalt durchgeführt wird. Wo zunächst nichts mehr und nach der Glyphosatgabe nur noch eine Monokultur wächst, leidet die ganze Flora und in der Folge auch die Insekten-, Vogel- und Kleintierfauna. Selbst wenn Glyphosat nicht krebserregend beim Menschen wäre, müsste es wegen seiner Wirksamkeit gegen die Artenvielfalt bekämpft werden. Daher bitte ich Sie, diese EBI zu unterzeichnen: aktion.bund.net/europ%C3%A4ische-b%C3%BCrgerinitiative-gegen-glyphosat