19.09.2016

Beihilfe

Bernhard G. Suttner

Der verdienstvolle „Internationale Strafgerichtshof“ in Den Haag hat angekündigt, sich künftig auch um die Verfolgung von Öko-Verbrechen zu kümmern. Wer künftig indigenen Völkern das Land wegnimmt, wer ihre Flüsse vergiftet und ihre Wälder abbrennt um auf diese Weisen an Rohstofflager zu kommen oder anderweitig Profit machen zu können, der soll also demnächst neben anderen Völkermördern und Menschenrechtsverächtern stehen. „Gut so“, werden hier die meisten sagen, „endlich“.

Leider steht zu befürchten, dass fast alle von uns selber in solche Vorgänge verstrickt sind: Unser Konsum ist auf vielfältige Weise globalisiert und kaum jemand versorgt sich ausschließlich aus fairem Handel. Man denke an die Sojafütterung so vieler Nutztiere oder an die Palmöle in Süßigkeiten, von den Treibstoffen in unseren Autos ganz zu schweigen… Wer weiß ob wir nicht alle ein bisschen Komplizenschaft mit Ökoverbrechern pflegen. Hoffentlich wird Beihilfe in Den Haag nicht auch verfolgt.