ödp - Ökologisch-Demokratische Partei Hessen

Chance für die Energiewende



In etwa 15 Jahren reichen die herkömmlichen Erdölvorräte nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken. Uranvorkommen mit der jetzigen Ergiebigkeit reichen noch etwa 90 Jahre. Die Folge: In naher Zukunft gibt es erhebliche Energieprobleme. Bis dahin müssten wir auf alternative Energien umgestellt haben. In den nächsten Jahren wird knapp die Hälfte aller deutschen Kraftwerke erneuert. Das wäre die Gelegenheit für die Energiewende, wenn die Bundesregierung nicht den Ausbau der klimaschädlichen Kohlekraftwerke fördern würde. Es werden sogar neue Braunkohlegruben geöffnet! Schwarz-Gelb will Erdöl durch Atomkraft ersetzen. Diese liefert zur Zeit aber nur ca. 7% der gesamten Energie in Deutschland. (Man kann kein Auto und kein Flugzeug mit Atomkraft betreiben!) Da das Uran langfristig nicht ausreicht, muss Plutonium verwendet werden. Plutonium ist einer der giftigsten und gefährlichsten Stoffe, mit einer Halbwertszeit von 24 000 bzw. 370 000 Jahren. Eine sichere Endlagerung für den Atommüll gibt es nicht.

Was tut man, wenn wir auf alternative Energien umgestellt haben und wenn keine Sonne scheint und kein Wind weht? Nach der Energiewende muss tatsächlich die Stromversorgung gründlicher geplant werden als heute. Eine Möglichkeit (von mehreren): In diesem Fall übernehmen Biomassekraftwerke die Stromversorgung, die je nach Bauart in wenigen Sekunden hochgefahren werden können.

Kernkraft: Wenn alle Subventionen (z.Z. ca. 2 Milliarden ‚¬ pro Jahr) wegfallen würden, wäre Kernkraft schon heute unrentabel. Eine volle Haftpflicht für AKWs würde den Atomstrom so teuer machen wie den Strom aus Solarzellen.

Retten AKWs unser Klima? Auch AKWs verursachen beim Uranabbau und bei der Anreicherung Luftverschmutzung. Wichtiger: AKWs kosten so viel Geld (mehrere Milliarden Euro pro Anlage), dass dadurch das Geld für Energiesparmaßnahmen und CO2 - Einsparungen fehlt.

Müssen wir nicht den Atomstrom teuer in Frankreich kaufen, wenn wir unsere AKWs abschalten? Nein, denn auch in Frankreich und in Osteuropa ist Atomstrom hoch subventioniert. Der Atomstrom aus Osteuropa wird teilweise sogar von der EU, d.h. mit unseren Steuergeldern, subventioniert. So wird z.B. Temelin durch den Verkauf von Strom niemals die Kosten hereinbringen, die der Bau verschlungen hat.

Biokraftstoffe in Deutschland stammen zum größten Teil aus europäischen Ländern. Tatsächlich steigen viele Bauern aus der Produktion von Nahrungsmitteln aus und bauen Biomasse an. Das liegt an der Politik der EU. Z.B. richten sich die Preise für Fleisch nach den tierquälerischen fabrikähnlichen Groß-Mastbetrieben. So ist für klein- und mittelständige Betriebe der Verkaufspreis oft niedriger als die Produktionskosten. Wen wundert es da, dass diese Bauern auf den Anbau von Biomasse umsteigen? In der Dritten Welt ist es ähnlich. Die Preise für Nahrungsmittel sind meist geringer als die für Biomasse. Die Welthandelsorganisation gibt den internationalen Handelsgesellschaften freien Zugang zum Markt der Entwicklungsländer. So ist es verständlich, dass diese Staaten das Geld für den Export der Biokraftstoffe bekommen wollen. Dabei gibt es sowohl für Deutschland, als auch für die ärmeren Länder Biomasse, die den Anbau von Nahrungsmitteln nicht stört: In wärmeren Ländern kann man z.B. mit der Purgiernuss gute Erfolge erzielen, die in Wüstenrandgebieten oder auf vielen unfruchtbaren Böden angebaut werden könnte. So wäre es möglich, auf das Öl von Ölpalmen zu verzichten. In vielen Gegenden Deutschlands kann Leindotter zusammen mit Getreide oder Erbsen angebaut werden. Er verringert deren Ertrag nicht. Das aus ihm gepresste Öl eignet sich hervorragend als Treibstoff. Außerdem haben wir in Europa eine Überproduktion von Nahrungsmitteln. Die ehemaligen €žStilllegungsflächen" sollten für den Anbau von Energiepflanzen genutzt werden.

Wasserstofftechnik ist eine Möglichkeit, Energie zu speichern. Wasserstoff ist ideal, um den Nachtstrom aus Atomkraftwerken zu nutzen. Deshalb entwickelt die Industrie bereits die dritte Generation von Wasserstoffautos. Für Autos gibt es

Alternativen: Pflanzenöl entweder naturbelassen oder €žverestert" (=Biodiesel). Die Energiebilanz ist beim naturbelassenen Pflanzenöl weit besser als bei Biodiesel und Wasserstoff aus Atomkraftwerken. Wasserstoff aus Solarzellen ist hier günstiger, kann jedoch derzeit nur in sehr geringen Mengen produziert werden. - Naturbelassenes Pflanzenöl kann etwa bis zu einem Drittel normalem Dieselkraftstoff zugemischt werden. Um reines Pflanzenöl zu fahren, müssen Dieselmotoren umgerüstet werden.